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Die ältesten Zeugnisse:
Die Stadt Regensburg kann auf eine lange astronomische Tradition zurückblicken. Schon Mitte des 11. Jahrhunderts stellte der Gelehrte Wilhelm von Hirsau im Benediktinerkloster St. Emmeram astronomische Beobachtungen an. Sein berühmtes Meridianinstrument, das "Regensburger Astrolabium" (Bild), ist noch heute im Stadtmuseum zu besichtigen.

Johannes Kepler (1571 - 1630) verweilte mehrere Male in Regensburg, wo er auch verstarb. Im Jahre 1613 erkannte er im Regensburger Dom zum ersten Mal Sonnenflecken, durch brüchig gewordene Fenster bildeten sich Sonnenscheibchen mit sichtbaren Flecken am Fußboden ab.
Placidus Heinrich und die Anfange der Sternwarte:
Im Jahre 1774 ließ Fürst-Abt Frobenius Forster im Stift von St. Emmeram eine Sternwarte einrichten, in welcher Pater Placidus Heinrich wirkte. Gewissenhaft beobachtete er die mittägliche Sonnenhöhe, Sonnen- und Mondfinsternisse, Sternbedeckungen durch den Mond sowie am 7.5.1799 einen Vorübergang des Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe.
Als 1812 das Reichskloster aufgelöst wurde, ließ Fürst Karl Alexander von Turn und Taxis für Pater Heinrich im fürstlichen Hofgarten eine Sternwarte einrichten, die unter dem Namen "Placidusturm" bekannt geworden ist. Dieses Observatorium stand auch für den Unterricht am königlichen Lyzeum, der späteren philosophisch theologischen Hochschule, zur Verfügung.
Die älteste Volkssternwarte Süddeutschlands:
Stand die Sternwarte zunächst nur Studierenden am Lyzeum zur Verfügung, so machte sie Professor Stöckl (1873 - 1959) im Jahre 1920 der Öffentlichkeit zugänglich - die älteste Volkssternwarte Süddeutschlands war geboren! Nach Stöckls Tod wurde sie von Professor Doktor Heß bis zur Auflösung der Hochschule im Jahre 1968 weitergeführt, anschließend von Herrn Menath übernommen. Im Jahre 1976 wurde der Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V. gegründet, dem heute die Leitung der Sternwarte obliegt.
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Der Standort am Ägidienplatz:
Der Placidusturm fiel im Jahre 1902 der Erweiterung des heutigen Peterswegs zum Opfer. Als neuen Standort entschied man sich für das Dachplateau des königlichen Lyzeum, dem jetzigen Gebäude Ägidienplatz 2. Die 3,5 Meter durchmessende Kuppel wurde 1902 von der Dresdner Firma Hayde errichtet und steht heute unter Denkmalschutz.
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